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Bevor Sie überhaupt hochsteigen
Der Speicher beginnt nicht beim ersten Karton, sondern bei der Treppe.
Statik einschätzen
Holzdachstühle aus den 1920er und 1930er Jahren haben oft begrenzte Lastreserven. Wenn der Boden federnd nachgibt oder Balken sichtbar durchhängen, lassen Sie einen Statiker oder Zimmermann kurz reinsehen, bevor Sie schwere Möbel abräumen. Bei Verdacht auf Holzwurm, Hausschwamm oder fortgeschrittene Feuchteschäden ist das ohnehin Pflicht.
Zugang und Treppe sichern
Bodentreppen sind die häufigste Unfallquelle bei Dachbodenräumungen. Geländer prüfen, rutschende Stufen abkleben, Helfer unten postieren, wenn schwere Gegenstände heruntergegeben werden. Niemals allein arbeiten, niemals etwas Schweres allein die Bodentreppe runtertragen.
Licht und Lüftung
Viele Dachböden haben nur eine einzige Glühbirne und Fenster, die seit zwanzig Jahren nicht mehr geöffnet wurden. Bringen Sie zwei Baustellenstrahler mit, öffnen Sie die Fenster und lassen Sie die Räume eine Stunde lüften, bevor Sie länger oben sind. Staub, Schimmel und Mineralwollstaub sind nichts, was Sie ohne Atemschutz einatmen sollten.
Asbest, Mineralwolle, alte Chemie
Hier liegen die echten Risiken einer Dachbodenräumung. Was harmlos aussieht, ist manchmal Sondermüll.
Asbest erkennen
Asbest wurde in Deutschland bis 1993 verbaut, oft in alten Eternitplatten, Bodenbelägen mit Vinylasbest, alten Ofenrohrabdichtungen und Brandschutzplatten unter den Dachsparren. Wenn Sie graue, faserige Platten oder bröselige Dichtungen sehen, brechen Sie nichts ab. Asbestfasern werden erst bei Beschädigung gefährlich. Die fachgerechte Entsorgung erfolgt durch eine zertifizierte Firma, niemals im Restmüll.
Alte Mineralwolle
Dämmwolle, die vor 1996 verbaut wurde, gilt als künstliche Mineralfaser KMF mit krebsverdächtiger Einstufung. Erkennbar oft an gelblicher Farbe und feinem Faserstaub. Tragen Sie FFP3-Maske, lange Ärmel und Handschuhe, verpacken Sie die Wolle in reißfeste Plastiksäcke und geben Sie sie auf einem Wertstoffhof als KMF ab. Die Annahme ist meist gegen geringe Gebühr möglich.
Alte Farben, Beize, Lacke
In vielen Dachböden stehen Reste alter Lacke, Holzschutzmittel und Lösungsmittel, manche aus den 1970er Jahren mit Stoffen, die heute verboten sind. Niemals in den Restmüll, niemals in den Ausguss. Schadstoffsammelstellen der Kommunen nehmen das kostenlos in haushaltsüblichen Mengen entgegen. Die Liste der Annahmestellen finden Sie meist auf den Webseiten der Stadtreinigungen in NRW.
Alte Elektrik und Leitungen
Ein Dachboden, der vierzig Jahre nicht angefasst wurde, hat oft Elektroinstallationen, die heute niemand mehr so bauen würde.
Stoffummantelte Leitungen
Leitungen mit textiler Ummantelung aus den 1950er und 1960er Jahren sind brüchig, oft nicht mehr ausreichend isoliert und in Kombination mit Hitze unter dem Dach ein Brandrisiko. Niemals selbst trennen oder verschieben. Wenn die Leitungen im Weg sind, ruft man einen Elektriker, der die Stromzufuhr fachgerecht stilllegt und das Material in kontrollierter Form entfernt.
Sicherungen und Hauptschalter
Bevor Sie Lampen oder fest installierte Verteiler abbauen, schalten Sie die zugehörige Sicherung ab und prüfen mit einem Spannungsprüfer, dass die Leitung wirklich stromlos ist. In alten Häusern ist die Beschriftung der Sicherungen oft falsch oder fehlt ganz. Im Zweifel den Hauptschalter im Keller aus.
Alte Geräte mit Kondensatoren
Alte Trockenhauben, Radios, Verstärker und manchmal sogar Heizlüfter aus den 1970er Jahren enthalten Kondensatoren mit PCB-Inhaltsstoffen, die als gefährlicher Abfall einzustufen sind. Geben Sie diese Geräte als Elektroaltgeräte am Wertstoffhof ab, niemals zu Sperrmüll, niemals zerlegen.
Wo der Wert versteckt liegt
Der Dachboden ist die Stelle im Haus, an der unterschätzte Werte am häufigsten auftauchen.
Möbel und Holz
Vertikos, Bauernschränke, alte Truhen, Jugendstilkommoden landen häufig auf dem Speicher, wenn der Geschmack der nächsten Generation sich geändert hat. Echtholz mit Originalbeschlägen hat heute wieder Markt, besonders aus dem 19. Jahrhundert und Art deco. Lassen Sie Stücke vor der Räumung fotografieren und einschätzen, bevor sie zerlegt im Container landen.
Bücher, Karten, Briefe
Erstausgaben, alte Atlanten, Stadtpläne, Postkarten- und Briefkonvolute aus den 1900er bis 1940er Jahren haben Sammlerwert. Selbst scheinbar nutzlose Schulbücher mit Schülerschmierereien finden bei Sammlern Käufer. Werfen Sie nichts Geschriebenes ungeprüft weg, lieber einen Karton zur Seite stellen für eine spätere Sichtung.
Spielzeug, Schallplatten, Werkzeug
Märklin-Eisenbahnen, alte Puppen, Steiff-Tiere, Schallplatten in gutem Zustand und altes Schreinerwerkzeug mit Schlagmarken werden auf dem Sammlermarkt gut gehandelt. Pauschalentsorgung ist hier der schlechteste Weg. Eine Haushaltsauflösung mit Wertanrechnung schaut sich diese Stücke an und verrechnet sie gegen die Räumungskosten.
So läuft eine professionelle Dachbodenräumung
Ein gut organisierter Räumungsablauf spart Stunden und vermeidet Verletzungen.
Sichtung und Sortierung
Zuerst eine Sichtung mit Lampe, ohne irgendetwas zu bewegen. Was hat Wert, was geht in die Familie, was ist Sondermüll, was kann einfach raus? Markieren Sie Kategorien mit Klebezetteln oder Klebebändern in verschiedenen Farben, das hilft auch Helfern, die später dazu kommen.
Räumung von der Treppe nach hinten
Sie räumen immer von der Treppe nach hinten, niemals umgekehrt. Sonst stehen Sie irgendwann in der Ecke und müssen über Kisten klettern. Schwere Stücke werden zerlegt, bevor sie die Bodentreppe verlassen. Niemand trägt einen kompletten Schrank durch eine Bodenluke, das endet in der Rettungsstelle.
Sondermüll separat
Sondermüll bekommt eigene Sammelplätze, am besten draußen vor dem Haus. Niemals zwischen den Hausmüll mischen. Die Entsorgung beim Wertstoffhof oder über eine Räumungsfirma mit entsprechendem Entsorgungsschein ist deutlich einfacher, wenn alles vorsortiert ist.
Dachboden in Ruhe und sicher räumen
Wir kommen kostenlos vorbei, schauen den Speicher an, schätzen Wertstücke und nennen einen verbindlichen Festpreis. Asbest, alte Mineralwolle und Sondermüll werden fachgerecht entsorgt, Antiquitäten und Sammlerstücke verrechnet. Sie müssen nicht selbst durch die Bodenluke.